Rosenwasser – Eigenschaften, Herstellung und Anwendung

Rosenwasser – Eigenschaften, Herstellung und Anwendung


Rosenwasser gehört zu den begehrtesten Hydrolaten unter den Pflanzenwässern. Kein Wunder. Es duftet wunderschön und hat viele wertvolle Inhaltsstoffe. Vorausgesetzt, es ist echt. Das echte Rosenwasser ist richtig teuer. Warum? Man braucht große Mengen von Rosenblütenblättern, um ein intensiv duftendes und hochwirksames Hydrolat zu bekommen. Geschweige denn, ein Rosenöl. Da sind etwa 5 Tonnen Rosenblüten nötig, um einen Liter Rosenöl herzustellen. Deshalb werden sowohl das Rosenöl als auch das Rosenwasser sehr oft gefälscht. Man bekommt für wenig oder auch viel Geld, je nach Gier des Verkäufers, einen künstlichen Ersatz, der zwar vielleicht nach Rose duftet, heutzutage kann man jeden Duft im Labor nachmachen, aber nicht gesundheitsfördernd, sondern eher giftig ist.

Herstellung


Das Rosenwasser entsteht bei der Wasserdestillation oder seltener Wasserdampfdestillation der Rosenblüten. Verwendet werden können nur die alten Sorten –  die Duftrosen, z.B. Damaszener Rose, Rose Centifolia. Es gibt zwei Möglichkeiten der Herstellung, entweder möchte man Rosenwasser als Endprodukt destillieren oder man will Rosenöl produzieren und als Nebenprodukt bekommt man gleichzeitig Rosenwasser. Wenn man Rosenblüten destilliert, um Rosenwasser zu erhalten, dann verläuft der Prozess langsamer und länger. Wenn man in erster Linie das Rosenöl als Endprodukt produzieren möchte, dann verläuft die Produktion schneller und mit mehr Druck. Das Öl wird dann abgeschöpft. Das Rosenwasser riecht in dem Falle nicht so intensiv und ist nicht lange haltbar, denn das fehlende ätherische Öl hat konservierende Wirkung. Deshalb werden fast alle auf dem Markt erhältlichen Rosenwässer künstlich konserviert, was für unsere Gesundheit nicht gerade von Vorteil ist. Im besten Fall sind Rosenwässer mit Alkohol als Konservierungsmittel versetzt aber Alkohol trocknet wieder die Haut aus, was viele Menschen nicht vertragen.

Wenn Sie Rosenwasser selbst herstellen möchten, dann finden Sie hier Tipps dazu.

Kurze Geschichte der Destillation von Pflanzenwässern

Noch bis vor ein paar Jahrzehnten hat man den Pflanzenwässern keine Bedeutung beigemessen und sie nach der Destillation des ätherischen Öls einfach entsorgt. Das war aber nicht immer so. Schon in den alten Kulturen vor Christus hat man Pflanzen destilliert und deren Heilkraft geschätzt und zwar sowohl der ätherischen Öle als auch der Hydrolate. Mitte des 18. Jahrhunderts ist die Destillierkunst in Vergessenheit geraten. Man hat erst Anfang des 20. Jahrhunderts die ätherischen Öle wieder aufs Neue entdeckt. Die Pflanzenwässer wurden aber bis Ende des 20. Jahrhunderts außer Acht gelassen.
Erst vor kurzem haben Wissenschaftler angefangen, die Hydrolate zu erforschen, um festzustellen, welche wirkungsvollen Inhaltsstoffe in den Pflanzen versteckt sind und wofür man sie gebrauchen könnte.

Eigenschaften

Das echte, reine, pure, hochwertige und frische Rosenwasser ist klar und farblos und duftet schön nach Rose. Es wirkt entzündungshemmend, antiseptisch, stärkend und schmerzlindernd, bei seelischen Problemen auch ausgleichend, antidepressiv, stressreduzierend und harmonisierend.

Anwendung

Das Rosenwasser kann man äußerlich anwenden und auch einnehmen.

Äußerlich:
• Naturkosmetik: Gesichtsmasken mit Tonerde, bei der Herstellung von Cremes, als Gesichtswasser zum Einsprühen oder als Dampfbad; als Grundlage für Deos; das Hydrolat ist auch die Grundlage vieler Parfüms und Peelings, zum Sprühen als After-Sun-Spray, zur Pflege des Intimbereichs als Sitzbad oder Waschung, auch bei schwangeren Frauen; als Haarwasser zum Einsprühen oder als Grundlage des Haarshampoos und Duschgels,
• Bei Krankheiten: das Hydrolat hilft bei entzündeten Augen oder bei trockener, juckender oder gereizter Haut als Auflage, bei Fieber, Schwellungen, Geschwüren und Insektenstichen als Kompresse, bei Zahnfleischentzündung oder gegen Mundgeruch und Halsschmerzen als Gurgelwasser. Das Rosenwasser fördert die Wundheilung, ist gut gegen Bakterien und Viren eisetzbar.

Innerlich:
• verdünnt mit Wasser zur Unterstützung der Darmaktivität und Stärkung des Immunsystems.

Da die Wirkung des Rosenwassers milder als die des ätherischen Öls ist, wird es auch sehr gut von kleinen Kindern und älteren Menschen vertragen.

 

Als Raumduft:
• In Duftlampen und Aromadiffusern.

In der Küche:
Rosenwasser aromatisiert süße Speisen und Getränke, z.B. Cremes, Gebäck, Eis, Joghurt, Sekt, Zuckerguss, Marmeladen, Konfitüren und Müsli. Man kann aus Rosenwasser Eiswürfel als Zutat für Drinks machen.

 

Was man beim Kauf beachten muss…

1. Qualität: Achten Sie darauf, dass Sie reines und echtes Rosenwasser bekommen. Bio und ohne Konservierungsstoffe und ohne Alkoholzusatz (Apotheken dürfen Rosenwasser aus destilliertem Wasser und ätherischem Öl selber herstellen und als echtes Rosenwasser deklarieren und verkaufen, was aber nicht stimmt, denn solch ein Gemisch hat ganz andere Inhaltsstoffe als ein Rosenwasser aus destillierten Rosenblütenblättern.)
2. Abgefüllt sollte das Rosenwasser am besten in Sprühflaschen aus dunklem Glas sein
3. Auf der Flasche müssen folgende Informationen enthalten sein: Name, die botanische Bezeichnung der Pflanze, Pflanzenmaterial, Anbauart, Produktionsmethode, Chargennummer, Hinweis auf Zusatzstoffe und Haltbarkeitsdatum.

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