Rosenwasser selbst herstellen – Tipps

Rosenwasser selbst herstellen – Tipps

Rosenwasser selbst herstellen ist einfach, wenn man weiß, wie. Als ich beschlossen habe, selbst ätherische Öle und Duftwässer herzustellen, war ich ein totaler Laie auf dem Gebiet. Ich habe mir viele Bücher zum Thema Destillieren gekauft, alle gelesen und bin trotzdem bei den ersten Versuchen gescheitert. Erst im Laufe der Zeit habe ich begriffen, was ich alles falsch gemacht habe. Bekanntlich macht Übung den Meister. Und irgendwann habe ich es geschafft, ein unglaublich intensiv duftendes und natürliches Rosenwasser zu destillieren. Meine Erfahrungen möchte ich mit Ihnen gerne teilen und ein paar Tipps geben. Vielleicht kommen Sie auch auf den Geschmack und werden Alchemist(in). 😉

 

Ich mag alles, was duftet, aber die meisten Produkte, die man käuflich erwirbt, werden künstlich aromatisiert. Ich habe bei Rosenwasser oft zugeschlagen und war von dem Kauf enttäuscht. Der erhoffte Duft und die erhoffte Wirkung waren nicht da. Dass den Produkten künstliche Aromen beigemengt wurden oder sie nach gar nichts gerochen haben, konnte ich sofort feststellen. Und bei den Inhaltsstoffen hat gleich meine Haut Alarm geschlagen, denn ich reagiere allergisch auf alle kosmetischen Produkte, die nicht natürlichen Ursprungs sind. Auch wusste ich früher nicht, was man beim Kauf alles beachten muss. Dazu finden Sie hier Tipps.

Laut dem Motto: selber gemacht – dann weiß man, was drinsteckt, habe ich das Abenteuer gewagt und ich muss sagen: Destillieren macht süchtig. Jedes Mal aufs Neue wartet man neugierig auf das Ergebnis: das destillierte Pflanzenwasser.


Duftrosen habe ich in meiner Wohngegend in Hülle und Fülle aber schon bei der Ernte ist da Einiges zu beachten, was ich am Anfang nicht wusste und mein destilliertes Wasser kein Rosenwasser geworden ist.

Gelesen habe ich, dass man ganze Blütenköpfchen am frühen Morgen, so um 4 oder 5 Uhr, bevor die Sonne aufgeht, sammelt und sofort verarbeitet. Da ich keine Frühaufsteherin bin, fand ich die Vorstellung grausam. Ich habe mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten Rosenblüten gesammelt aber nicht um 4 oder 5 Uhr morgens und habe festgestellt: Das muss nicht sein. Wichtig ist, dass die Blüten keine Sonne vor dem Pflücken gesehen haben, d.h. dass sie noch im Schatten stehen. Es hat gereicht, wenn ich mich um halb acht auf den Weg gemacht habe. Was aber stimmt, mehrere Tage vor der Ernte muss es sonnig gewesen sein. Rosen bilden ihre ätherischen Öle mit Hilfe der Sonne. Und sie müssen trocken und sauber beim Pflücken sein. Und … na ja, was für mich selbstverständlich ist aber ich erwähne es trotzdem, sie können nicht am Straßenrand gesammelt werden, keinen Abgasen oder Düngemitteln ausgesetzt sein. Wir wollen uns doch nicht vergiften.

 

Das ätherische Öl und der Duft befinden sich nur in den Blütenblättern, deshalb sammle ich nur Blütenblätter und nicht die ganzen Blütenköpfchen. Okay – das kann man sich bei einer professionellen Ernte mit ein paar Tonnen Rosen nicht erlauben aber für sich selber geht`s.


Danach geht es schnell nach Hause, denn verwelkte Rosenblüten ohne Luftzufuhr beginnen zu fermentieren und verlieren alle wertvollen Inhaltsstoffe, das ätherische Öl und ihren wunderbaren Duft. Zu Hause lege ich sie auf ein Tuch im Schatten, damit unerwünschte Insekten und kleine Tierchen rauskrabbeln können.


Die Destille wird mit Wasser befüllt und Rosenblüten abgewogen. Danach zerrupfe ich die Blütenblätter – jetzt – ganz am Anfang bei meinen ersten Versuchen habe ich es nicht gemacht und deshalb auch kein Rosenwasser erhalten. Das war auch einer meiner Fehler, die ich im Laufe der Zeit korrigiert habe. Rosenblütenblätter werden ins Wasser gelegt, die Destille zusammengesetzt, Strom eingeschaltet, in den oberen Teil kaltes Wasser mit Eis gefüllt und es dauert nicht lange, da tropft schon das duftende Wasser.

Die Menge der Blätter ist unterschiedlich. Ich habe gelesen, dass man ungefähr 1:1 rechnet also bei 1 kg Rosenblüten erhält man 1 Liter Rosenwasser. Ich habe aber auch bei kleineren Mengen von Blütenblättern ein intensiv duftendes Rosenwasser destilliert. Wenn Sie zu wenige oder zu viele Rosenblüten haben, können Sie sie auch einfrieren und später verarbeiten. Dann gibt man sie gefroren direkt ins Wasser in die Destille. Das Wasser sollte von guter Qualität, weich und ohne Chlor sein.

Auf diese Weise destilliertes Pflanzenwasser enthält auf jeden Fall ein bisschen ätherisches Öl, was man beim Einreiben oder Besprühen der Haut, eben – so einen leichten Film auf der Haut, spürt. Es ist auf der Wasseroberfläche im Behälter nicht sichtbar, weil die Menge an ätherischem Öl zu klein ist. Das ätherische Öl konserviert das Duftwasser. Deshalb ist das Wasser auch bis zu einem Jahr haltbar.

Wie soll man das Rosenwasser aufbewahren? Kühl und dunkel, auch in dunklen Flaschen und bei konstanter Temperatur so um die 10 Grad. Ich konserviere mein Rosenwasser nicht, denn ich will es sowohl bei der Herstellung natürlicher Kosmetik als auch in der Küche verwenden. Wenn Sie aber das Rosenwasser konservieren wollen, dann müssen Sie dem Duftwasser etwas Weingeist zugeben. Die Gefäße, in die ich mein destilliertes Rosenwasser auffange, sind sterilisiert – mit kochendem Wasser ausgespült, was auch die Haltbarkeit des Produkts verlängert. Destillierte Pflanzenwässer haben immer einen mehr oder weniger sauren pH-Wert, was für die menschliche Haut von Vorteil ist und die Produkte auch länger haltbar macht. Mein destilliertes Rosenwasser liegt etwa bei 5.

Alles in allem – wenn Sie die Tipps befolgen und einigermaßen sauber arbeiten, dann erhalten Sie ein gutes, wertvolles Rosenwasser, das ganz natürlich ist und wunderbar duftet. Ein Genuss für Körper und Seele.

Übrigens …
Wenn Sie keine Destille haben, sich keine anschaffen wollen und trotzdem selbst ihr eigenes Rosenwasser herstellen möchten, könnten Sie sich einen Ersatz basteln und zwar einen großen Topf nehmen. In den Topf in die Mitte einen hitzebeständigen Behälter stellen. Drum herum Wasser mit Rosenblüten reingeben. Und oben drauf den Deckel andersrum legen. Auf den Deckel Eiswürfel geben. Und das dampfende Wasser läuft unten am Deckel runter in den Behälter in der Mitte des Topfes. So könnten Sie es schaffen, zumindest eine kleine Menge, vielleicht nicht sehr lange haltbares aber auf jeden Fall natürliches Rosenwasser herzustellen. Viel Spaß beim Destillieren!

verwandte Beiträge

Kornblumenwasser

Kornblumenwasser

Rosenblütenkonfitüre mit Sekt und Rosenwasser

Rosenblütenkonfitüre mit Sekt und Rosenwasser

Holunderblütensirup selbst gemacht – ein Rezept

Holunderblütensirup selbst gemacht – ein Rezept

Rosenwasser – Eigenschaften, Herstellung und Anwendung

Rosenwasser – Eigenschaften, Herstellung und Anwendung